Ostertraining als Saisonauftakt mit Sonne und viel Wind
von Peter Valentin Petersen 12.04.2026
Zum diesjährigen Oster-Trainingslager, erneut organisiert von Ralf/“Ossi“ und Greg, am Steinhuder Meer trafen sich 18 motivierte neue und erfahrene Segler – die Vorfreude auf den Saisonstart und die ersten Stunden auf dem Wasser war bei allen deutlich spürbar.
Nach der Anreise am Freitag, den 3. April, ging es direkt los: Begrüßung, Aufbau und anschließend die erste Trainingseinheit. In zwei Gruppen wurde auf einem klassischen, kurzen Up-and-Down-Kurs trainiert – eng begleitet von hilfreichen Korrekturanweisungen und Tipps von Greg und Ralf aus den Begleitbooten, die meist schnell und direkt umgesetzt werden konnten.
Die erste Einheit nach der Winterpause hatte dabei ihren ganz eigenen Charme: Hier ein Stolpern im Boot, dort eine unfreiwillige Schwimmeinlage. Man merkte schnell – der Körper musste sich erst wieder erinnern. Bei Sonnenschein und 3–4 Windstärken war es aber ein rundum gelungener Start in die Saison.
Am zweiten Tag war dann klar: Segeln fordert! Erster Muskelkater und blaue Flecken erzählten ihre eigene Geschichte vom Vortag. Gleichzeitig zeigte sich das Steinhuder Meer von seiner besten Seite – Sonne und 4 bis 5 Windstärken, wie gemacht für intensives Training.

alle Fotos im Beitrag: (c) Thomas Knaack
In zwei Regattaeinheiten – jeweils vormittags und nachmittags – wurde auf kurzer Bahn mit vielen Starts trainiert. Die vielen Tipps von den Begleitbooten forderten durchaus Konzentration – und der Ruf „Mehr hängen!“ hallte regelmäßig über das Wasser. Nicht immer konsequent umgesetzt, aber alles zusammen am Ende sehr wirksam: Das Feld rückte enger zusammen, die Abläufe wurden ruhiger, das Gefühl fürs Boot besser.
Am Abend folgte dann die schonungslose, aber sehr hilfreiche Videoanalyse – ein ehrlicher Blick auf das eigene Segeln, der zeigt, wie viel Potenzial noch vorhanden ist – aber auch, wie schnell Fortschritte möglich sind.
Der Ostersonntag begann ruhiger – zumindest an Land. Beim Frühstück wurde deutlich, dass die intensiven Tage bei uns allen ihre Spuren hinterlassen hatten. Und der Blick nach draußen bestätigte schnell: Der Osterhase hatte es mit dem Wind etwas zu gut gemeint. Böen von über 40 Knoten und teils kräftiger Regen machten klar, dass heute andere Dinge im Vordergrund stehen würden.
Was folgte, war ein ebenso interessanter Trainingstag – nur eben an Land. Es wurde geschraubt, getüftelt, ausprobiert. Strecker wurden neu angeordnet, Blöcke versetzt, Leinen verjüngt. Die Stunden vergingen fast unbemerkt – Bei mir stand am Ende nicht nur ein optimiertes Setup, sondern auch das gute Gefühl, das eigene Boot ein Stück besser verstanden zu haben. Allerdings auch die Erkenntnis, dass ich mit dem „Optimieren“ wahrscheinlich nie ganz „fertig“ werde. Am Nachmittag vermittelte Greg in einer anschaulichen Einheit zum Segeltrimm wichtige Zusammenhänge, die direkt am Rigg demonstriert wurden. In entspannter Atmosphäre, mit guten Gesprächen und dem einen oder anderen Getränk, klang der Tag gemütlich aus.
Am letzten Tag hatte sich der Wind etwas beruhigt, blieb mit 4–5 Windstärken aber weiterhin anspruchsvoll. Einige entschieden sich daher verständlicherweise, an Land zu bleiben. Auf dem Wasser wurde erneut auf kurzer Bahn trainiert, inklusive zahlreicher Starts.
Mit zunehmenden Böen bis in den 6´er-Bereich hinein, lichtete sich das Feld jedoch zunehmend. Am Ende waren nur noch wenige Boote unterwegs – und so mancher nahm als Erinnerung durch das stehtiefe Wasser etwas „Steinhuder Sand“ mit nach Hause, sei es im Boot oder im Mast. Immerhin: Auch das Aufrichten nach einer Kenterung gehört zum Training.
Zum Abschluss wurde gemeinsam abgebaut und die Heimreise angetreten – begleitet von vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen.
Ein besonderer Dank gilt dem Küchenchef der „Kombüse“. Vom ausgiebigen Frühstück über wärmende, bestens gewürzte Suppen zum Mittag (perfekt bei den Außentemperaturen) bis hin zu abwechslungsreichen Abendessen blieb kein Wunsch offen. Ob Currywurst, Tandoori Chicken, Salate oder spontan auch Bratkartoffeln – es war für jeden etwas dabei.
Ebenso bedanken wir uns herzlichst beim Segler-Verein Großenheidorn (SVG) und natürlich bei Ralf und Greg für die tolle Organisation, ihre Geduld und Bereitschaft, ihr umfangreiches Wissen mit uns zu teilen.
Für viele – gerade auch für Einsteiger – war dieses Trainingslager mehr als nur ein Saisonstart. Es war die Chance, ohne Wettkampfdruck zu lernen, Zusammenhänge wirklich zu verstehen und sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Neben dem sportlichen Fortschritt bleibt vor allem eines: eine tolle Gemeinschaft, spannende Gespräche und die Vorfreude auf eine gemeinsame spannende Saison.
