Bericht OK Europameisterschaft Bruinisse Niederlande 2026
von Michael Nissen 22.09.2026

Vermessung 8. und 9.September mit Practice Race
Bruinisse liegt südwestlich von Rotterdam am alten, in den 50iger und 60iger Jahren eingedeichten Rheindelta. Das Wassertiefe ist gering, eignet sich aber auch für Kielboote. Die umgebene Landschaft ist flach und behindert den Wind insbesondere bei West und Nordwest wenig bis gar nicht. Die gesamte Veranstaltung einschließlich des Catering wurde von der neu gegründeten Firma namens Outerloop professionell durchgeführt. Gründer dieser Firma ist Thomas Wilkes, uns nicht unbekannt als der Eigentümer der Carbonmastenfirma Ceilidh. Die Vermessung in Bruinisse war sehr gut vorbereitet und lief flott. Die vereinbarten Zeit-Slots waren nicht unbedingt verpflichtend und das beschleunigte den Vorgang zur Freude der Segler weiter. Schon hier zeigte sich der ungezwungene und überaus freundliche Stil, der die ganze Veranstaltung durchzog.
Am 9.9. zum Practice Race kam der Wind aus West mit 20 bis 30 kn und Regenböen. Drei Segler fuhren raus, um sich den Bedingungen zu stellen. (Ben Flower, Nick Craig und Stefan Hoffmann). Der Rest der letztlich 52 Teilnehmer verbrachte die Zeit im Zelt mit Zimtschnecken und Kaffee, die immer in ausreichender Menge über jeden Tag verfügbar waren.
10. September Wettfahrt 1 und 2 Wind Süd-West bis fast Süd 8-10 Knoten
Die Sonne schien. Der Wind war leicht aus Süd-West. Die Wellen entsprechend klein. Die Wettervorhersage versprach eine Rechtsdrehung auf West bis Nord-West. Die kam aber in beiden Rennen nicht. Ich denke, wenn man in allen Wettfahrten des Tages die linke Seite bevorzugt hätte, hätte man das bessere Ende des drehenden und böigen Windes gehabt. Die Kurse waren wie angekündigt auf 70min Dauer ausgelegt. Böen und Dreher waren das Motto des Tages, das die Favoriten am besten beherrschten: Andy Davis, Thomas Hansen-Mild, Nick Craig, Pim van Vugt und Ben Flower. Stefan Hoffmann hatte mit einem 26. und einem Frühstart einen greislichen Tag. Nach dem Aufslippen gab es einen kleinen Imbiss mit Getränk. Abends folgte dann das buchbare allabendliche Buffet-Dinner. Reichlich und schmackhaft. Auch der Bier Zapfhahn wurde genutzt.
11. September Wettfahrten 3 und 4 Wind 1. Wettfahrt Süd-West 8-10kn. 2. Wettfahrt Nord-West 14kn
Wieder versprach die Vorhersage eine massive Rechtsdrehung im Laufe des Tages. In der ersten Wettfahrt blieb es jedoch bei dem Süd-West und den dazugehörenden Böen und Drehern. Bester Mann war Uli Kurfeld mit einem 4. Es folgten dann zwei angestartete Wettfahrten, die jeweils wegen des immer weiter nach rechts drehenden Windes abgebrochen wurden. Die Wettfahrtleitung legte hier das hohe Niveau fest, das sie für unsere Wettfahrten erreichen wollte. Nach einiger Wartezeit und Regen schien wieder die Sonne. Der Wind war auf Nord-West angekommen und nahm auf 12-16kn zu. Es folgte die in meinen Augen schönste Wettfahrt: kleine, kurze Wellen anspruchsvoll zum Steuern am Wind und zum Ausreiten. Zum Surfen mit dem Wind gut geeignet. Winddreher pendelnd unter 10°. Uli wurde 7. Und Stefan meldete sich mit einem 9. und einem 6. Zurück. Und die genannten Favoriten taten das ihrige. An Land angekommen wurde wieder eine kleine Mahlzeit angeboten. Den Abschluss des Tages bildete das Regatta-Dinner mit lokalen Muscheln und BBC. Aufbereitet und serviert mit der tollen, freundlichen Atmosphäre des Service-Teams!
12. September Wettfahrten 5 und 6. Wind Süd-West bis West 16-18kn
Das war der sportlichste Tag! In der ersten Kreuz des Tages drehte der Wind substantiell nach rechts und die Wettfahrtleitung entschied sich diesmal anders und verlegte die 2. Luvtonne. Stefan kam heute gut zurecht und belegte einen 1. Und einen 3. Platz. Uli einen 5. Und einen 10. Mit dem jetzt eingesetzten Streicher in der Gesamtwertung hatten sich die ersten 10 stabilisiert. Interessanterweise konnte keiner am letzten Tag noch in die ersten 10 vordringen. Diese machten die ersten Plätze mit nur noch kleinen Verschiebungen unter sich aus. Nick Craig und Pim van Vlugt belegten vor dem letzten Tag punktgleich die Plätze eins und zwei.
Zum Einlaufen gab es wieder Snacks und abends zum letzten Mal das Buffet.

Die Meisterschaft wurde abgeschlossen mit zwei Leichtwetter Wettfahrten. Imposante Kumuli und Regenwolken auf der linken Kursseite schienen Linksdreher anzudeuten, die dann aber erst in der Zielkreuz der letzten Wettfahrt kamen. Nick Craig gewann die 7. Wettfahrt und lag damit vor Pim van Vugt. Es folgte dann eine Wartezeit ohne Wind, aber kurz vor Ablauf der Startzeit um 15.00 konnte dann die 8. Wettfahrt bei leichtem Nord-West gestartet werden. Nick deckte Pim in der 8. Wettfahrt vom Start weg und sicherte sich seinen zweiten EM-Titel. Andreas Pich hatte endlich einen guten Tag und ersegelte zwei 6. Plätze. Mit je zwei guten Plätzen stabilisierten Uli und Stefan ihre Gesamtwertung unter den ersten 10. (6. und 8.)
Das geduldige Warten des Wettfahrtleiter auf den sich wieder aufbauenden Wind ermöglichte komplette 8 Wettfahrten wie geplant. Das ist in diesem Jahr weder in Medemblik, Skoshoved, Kiel oder Ratzeburg gelungen! Neben der Wettfahrtleitung mit ihren mutigen Entscheidungen bei stressigen Bedingungen ist dem Outerloop Team um Thomas Wilkes für ein rundherum gelungenes, gastfreundliches Catering zu danken.