von Fabian Rossbacher 17.03.2026
Die BMComposites Trophy 2026 am 14. und 15. März in Palma zeigte einmal mehr, wie anspruchsvoll und unberechenbar Segeln auf höchstem Niveau sein kann. Bereits am Samstag erwartete die Teilnehmer ein Revier, das mit ungewöhnlichen Bedingungen überraschte: Der Wind kam phasenweise gegen die Wellengrundrichtung. In Kombination mit ständigen Winddrehern entstand ein Bild, das eher an eine Binnensee-Regatta erinnerte als an klassische Mittelmeerbedingungen.

Diese wechselhaften Verhältnisse stellten selbst die erfahrensten Segler vor große Herausforderungen. Wer sich früh auf eine Seite des Kurses festlegte, konnte schnell bestraft werden, weil der Wind immer wieder drehte. Taktische Flexibilität und ein gutes Gefühl für die nächste Böe waren entscheidend – und genau hier zeigte sich die Klasse der internationalen Spitze angeführt vom sechsmaligen OK-Weltmeister Nick Craig aus England.
Auffällig war vor allem die Konstanz der drei Briten, die sich auch unter diesen schwierigen Bedingungen nicht aus der Ruhe bringen ließen. Trotz teils ungewohnter Situationen mit den Leihbooten segelten sie souverän und sicherten sich am Ende die ersten drei Plätze. Währenddessen erwischte es einige andere Topsegler, die normalerweise ganz vorne mitfahren: Kenterungen und inkonstante Serien sorgten dafür, dass sie im Gesamtklassement weit zurückfielen.

Die Rennen am Samstag boten entsprechend ein intensives Bild: enge Positionskämpfe, überraschende Verschiebungen im Feld und immer wieder Segler, die durch einen einzigen falschen Moment viele Plätze verloren. Genau diese Dynamik machte den Reiz der Regatta aus – es war nie vorhersehbar, wer am Ende die Nase vorn haben würde.
Am Sonntag zeigte sich Palma dann von seiner rauen Seite. Der Wind legte so stark zu, dass an reguläre Starts nicht mehr zu denken war. Aus Sicherheitsgründen entschied sich die Wettfahrtleitung, keine weiteren Rennen durchzuführen. Damit blieb es bei der Wertung des Vortages.
Unterm Strich war die BMComposites Trophy 2026 eine Regatta, die vor allem durch ihre besonderen Bedingungen in Erinnerung bleibt. Sie hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich ein vermeintlich klares Rennen in ein taktisches Glücksspiel verwandeln kann – und wie wichtig Erfahrung, Anpassungsfähigkeit und Nervenstärke sind, wenn Wind und Welle ihr eigenes Spiel spielen.
