Warnemünder Woche 2026

Karibik-Flair, knifflige Strömung und ein souveräner Sieger

Von Sebastian Schmidt-Klügmann 19.07.2026
Die zweite Hälfte der Warnemünder Woche 2026 hatte es in sich – zumindest was das Wetter anging! Bei geradezu karibischen Temperaturen und eher leichtem Wind traten wir an der Ostsee an. Trotz der leichten Bedingungen zwischen 5 und 9 Knoten war es für mich die erste Regatta in diesem Jahr, bei der wir tatsächlich das volle Programm durchziehen konnten: Alle 7 geplanten Wettfahrten wurden von Freitag bis Samstag erfolgreich gesegelt.

Foto: (c) Pepe Hartmann

Herausforderung Strömung und eine gute Wettfahrtleitung

Eine Challenge dieser Regatta lag diesmal nicht in Sturmböen, sondern im Wasser unter uns. Ein konstanter Strom aus westlicher Richtung mit bis zu 35 Metern pro Minute schob das Feld ordentlich über den Kurs. Das sorgte besonders bei den Starts und den Tonnenrundungen für Spannung und manch knifflige Situation.

Ein großes Lob geht an dieser Stelle an die Wettfahrtleitung: Trotz des leichten und teilweise stark drehenden Windes haben sie an allen Tagen für einen absolut reibungslosen Ablauf gesorgt und das Beste aus den Bedingungen herausgeholt.

Foto: (c) Pepe Hartmann

Die Organisation an Land war ebenfalls sehr gut. Wir teilten uns den Hafen auf der Mittelmole lediglich mit den Korsaren, demnach war mehr als genug Platz für alle vorhanden. Ein besonderer Dank geht an die vielen engagierten Helfer, die uns vor und nach dem Segeln unermüdlich die Slipwagen abnahmen und wieder brachten – ein toller Service! Abgerundet wurde das familiäre Beisammensein durch einen schönen, gemeinsamen Grillabend am Samstag mit allen anderen Klassen.

Ein deutlicher Wermutstropfen war leider die geringe Beteiligung. Mit nur 21 Teilnehmern blieb das Feld weit hinter seinem Potenzial zurück. Ein Grund dafür war aus meiner Sicht die Preispolitik des Veranstalters: Der Startgeld-Rabatt bei Meldung bis zum 15. April war schlichtweg zu früh angesetzt. Das danach folgende, hohe Startgeld hat im Nachgang sicherlich einige Seglerinnen und Segler davon abgeschreckt, den Weg nach Warnemünde anzutreten. Das ist schade für dieses großartige Event.

Foto: (c) Pepe Hartmann

Sportlich gab es auf dem Wasser klare Ansagen:

  • André drückte der Regatta vom ersten Tag an seinen Stempel auf. Bei seiner ersten OK-Regatta in diesem Jahr dominierte er das Feld und verteidigte seinen Sieg völlig verdient bis zum Schluss.

  • Cord packte seine Leichtwind-Skills aus und segelte mit einer fast makellosen Serie auf Rang 2. Sein Erfolgsgeheimnis? Er war offenbar der Einzige im Feld, der sich im Vorfeld und täglich intensiv mit Live-Strömungskarten beschäftigte.

  • Beeindruckend war auch Andreas: Er war auf allen Kursen einfach pfeilschnell unterwegs und überholte mich des Öfteren ganz locker und entspannt in Lee.

  • Ein persönliches Highlight war für mich das erste Aufeinandertreffen auf dem Wasser mit meinem alten Laser-Teamkameraden Mathias seit sage und schreibe 25 Jahren. Er hat von Anfang an gezeigt, dass er absolut nichts verlernt hat. Seine zwei ersten Plätze in den Rennen 5 und 6 sprechen für sich: Gelernt ist eben gelernt!

Fazit: Ich würde mich sehr freuen, wenn die Warnemünder Woche ihre Terminierung und Preisgestaltung im nächsten Jahr an die Bedürfnisse der Segler anpasst. Dann können wir hoffentlich wieder mit einem deutlich größeren Feld in dem, aus meiner Sicht, schönsten Revier Deutschlands segeln!

Viele Grüße  Sebastian

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