Wenn der Winter zu lang wird..

ReFit  der Hein-OK  GER 707

von Wolfgang Höfener 12.02.2017

Die meisten Monate des Winters sind ja so gut wie überstanden. Die Saison rückt wieder näher. Die Wintermonate habe ich genutzt um das alte Schätzchen  GER 707, eine Hein-OK aus dem Baujahr 1994 wieder auf Vordermann zu bringen.

 

 

 

Das Vordere und Achterschott ist mit 2,5mm Sipho Mahagonifurnier neu belegt worden. Die alten Sperrholzschotten waren zum Teil bis zur nächsten Furnierlage durchgeschliffen. Der Maserungsverlauf ist sonst quer.  Das wird aus rationellen Gründen gemacht. Anders wird es von der Standard-Plattengröße her nicht funktionieren. Die Schmiege von der Ausreitkante habe ich ein wenig freundlicher ausfallen lassen.

Den Cockpitboden habe ich mit einem Kiwi Gripp Granulat ( Antirutschbelag ) gerollt. Eine sehr gute Alternative zu dem Treadmaster Matten, die eingeklebt werden. Schöne neue Scheuerleisten und Ausreitkanten aus Teak in Formverleimung
runden das optische Bild noch einmal ab.

Da ich kein davon Fan bin, dass die Stirnholzkanten vom Sperrholz sichtbar sind, wurden schmale massive Mahagonileisten eingefräst und mit Epoxy verleimt.

Der Rumpf wurde mittlerweile im RAL Farbton 9003 ( Signalweiß ) gespritzt. In ein paar Tagen wird der Rumpf gedreht. Danach erfolgt die Deckslackierung mit einen 2-Komponentenlack. Ruderblatt und Schwert bekommen natürlich auch eine neue Lackierung. Den Mast habe ich gestern geschliffen. Auch dieser wird mit einem Klarlack neu lackiert. Nachdem Trocknungsprozess kann ich dann in der übernächsten Woche die Beschläge wieder anbauen.

Es hat mir auf jeden Fall viel Freude bereitet die OK Jolle wieder aufzuarbeiten und ich freue mich schon auf die neue Saison.

 

Anmerkung der Redaktion:
Wolfgang ist der insgesamt vierte Besitzer der OK GER 707, die 1994 in Elmshorn von Jürgen Hein gebaut wurde und auch der legendäre Kurt Hein hat noch Hand angelegt beim Bau. Oft erzählt wird, das der erste Besitzer Thorsten Schmidt, der unbedingt alle Beschläge  selbst montieren wollte, es trotz einer Nachtschicht nicht fertig gebracht hatte, das Boot rechtzeitig zur am nächsten Tag stattfindenden IDM am Zwischenahner Meer fertig auszurüsten. Angeblich sei seine Hemmung, Löcher in den neuen Rumpf zu bohren, Schuld an der Verzögerung gewesen. Tatsächlich aber war der an diesem Abend reichlich konsumierte Alkohol der entscheidende Faktor. Peter Scheuerl, der sich wegen des von Anfang an knappen Zeitplans angeboten hatte beim Schrauben mitzuhelfen, sparte nicht mit guten Ratschlägen und sorgte vor allen Dingen für den Getränkenachschub. Die beiden ziemlich angeschlagenen OK-Recken  wurden am nächsten Morgen in der Bootsbau-Werkstatt der Firma Hein neben den Resten vom Fest und der immer noch unvollendeten OK vom fröhlich pfeifenden Kurt Hein geweckt. Mit der IDM hat das dann damals aber doch noch geklappt.

Zweiter Eigner war Christopher Gelsdorf, bevor Andreas Bock die OK 707  einige Jahre  in Hamburg mit großem Spaß gesegelt hat.

2016 kaufte unser Autor  Wolfgang Höfener dann das Boot.
Wolfgang  kommt vom Dümmer See, ist gelernter Bootsbaumeister und mehrfacher Deutscher Meister und 3facher Europameister in der O-Jolle. Im letzten Jahr ist er nach einiger Zeit im Finn erfolgreich in die OK-Klasse eingestiegen.

Wolfgang Höfener mittendrin bei der IDM 2016 in Kiel