OK-Pokal Potsdam

37. OK-Pokal-Potsdam / Werder 15.-16.09.2012

von Erik Bork  01.10.12

Wie schon im letzten Jahr, haben sich die SGS-Potsdam und SV-Einheit-Werder den OK-Pokal „geteilt“, soll heißen: Sattelplatz war auch für uns auf der schönen Halbinsel Werder. Einheit Werder trug den Herbstpokal auf heimischem Revier aus, und wir segelten, wie schon seit Jahrzehnten, auf dem Schwielowsee. Das Getümmel auf der Vereinswiese war dem entsprechend groß, irgendwie fand dann aber doch jeder einen Platz für Boot, Trailer und Auto.

Nach dem Abladen bin ich erst mal zur Meldung ins SGS-Zelt, wo man bestens vorbereitet war. Die von Jan Dissel engagierte Wettfahrtleiterin Anne-Gritt Denda war auch schon mal vor Ort, leicht nervös aber auch optimistisch ob der Windvorhersage: Nord-West mit 12-15 Knoten. Etwas erstaunt war ich über die ausgeschriebenen sechs Wettfahrten, das hieß dann heute vier und morgen zwei, volles Programm also. Na mal sehen, wie das dann abends wird mit der Partybereitschaft.

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Schon am Start war es eng

Für uns war der Start auf 11:30 angesetzt, was bei geschätzter Anfahrzeit von einer Stunde also Ablegen um 10:30 bedeutete. Blöder Weise fiel dieses mit dem aller anderen Klassen des Herbstpokals zusammen, irgendwie löste sich das Gewusel dann aber doch auf und es war eine laaange Vorwindstrecke zum Schwielowsee in Aussicht. Mit der obligatorischen Frage: „Naaaa, passt mein OK- Mast wirklich durch die Baumgartenbrücke? Oder ist mein Windex höher als der aller Anderen?“ Hängengeblieben ist dann Niemand ;-)

Schon nach einer halben Stunde war man dann an der Startlinie, was schon mal ein Zeichen für genügend Wind war. Der sollte dann im Laufe des Tages noch etwas zunehmen.

Pünktlich ging es dann los, mit 16 Booten an der Linie, Dieter war es zu viel Wind, und so zog er das Startschiff dem eigenen Joller vor. Dafür war aber Sohn Christian endlich mal wieder mit dabei! Und das auch gleich recht aussichtsreich in der „Spitzengruppe“. Die bestand eigentlich immer aus acht Leuten, es war immer eng und kleine Fehler kosteten schnell ein paar Plätze. Ganz vorn war der Tranbär, vom ausreichenden Wind und Gregs Frühstart profitierend, welcher nach der Rückkehr zur Linie erst mal mit Aufholen beschäftigt war. Bei mir lief es trotz Wahl der falschen Seite nicht so übel, dann flog Christian „Pummelfee“ noch der Niederholer weg (Material altert im Schuppen eben schneller!), und ich war mit einem vierten Platz auch recht zufrieden. Da lässt sich doch drauf aufbauen.

Ohne große Pause ging es mit dem zweiten Start weiter, diesmal mit Zusatzdreieck, denn der erste Lauf ohne die Zusatzrunde ging doch sehr fix über die Bühne. Diesmal hab ich mal die richtige Seite erwischt, was nicht so einfach war, denn der Wind pendelte ganz schön. In der Tendenz war aber Rechts besser, und dafür hatte ich mich entschieden. Wenn kleine Fehler schon Plätze kosten, dann sind die großen so richtig blöd. Im Renneifer habe ich mich auf der ersten Raumstrecke ein bisschen zu dynamisch an einen Leedurchbruch gewagt und durfte mich gleich mal vom ordnungsgemäßen Zustand des Schwertes überzeugen. Das Aufrichten war dann alles andere als dynamisch, und als ich dann so langsam wieder oben und unten ausgerichtet hatte, war ich absolut Letzter mit viel Raum nach vorn. Das Hinterhergegurke hab ich mir erspart und mir lieber den Kampf um Platz Eins zwischen Dissel, Greg und dem Tranbär angesehen. Jan mit seinem „Schnellschreiber“ hat Greg ganz schön Nerven gekostet. Er hing an seinem Spiegel wie vom Gummiband gezogen. Auf Binnenrevieren ist die GER-225 eben so richtig „zuhause“. Letztlich hat Greg das Rennen aber nachhause gefahren und zwischen Jan und André war es eine Sache von Zentimetern.

Jetzt gab es erst mal für jeden eine Vespertüte vom Motorboot, die Kalorien waren echt willkommen. Vielen Dank für die Aktion!

Mit meinem „echten“ Streicher ging ich die nächsten Läufe dann konzentrierter an und konnte mit einem Dritten und schließlich Zweiten sehr zufrieden Richtung Werder zurücksegeln. Die Heimreise war logischer Weise eine ziemlich lange Kreuz, und nach vier Wettfahrten brannten die Oberschenkel dann so richtig schön. Dafür durften wir feststellen, dass die Herbstregatta noch voll im Gange war. Und das bei nur zwei Läufen. Eine Mittagspause mit Anlegen und Mittagessen ist dann doch ganz schön zeitraubend!

Das Anlegen am völlig verlassenen Verein war dann sehr einfach, und das erste Bierchen schnell organisiert. Leider mussten wir dieses mal auf den heiß begehrten „Almi-Kuchen“ verzichten, denn Rainer P. aus B. war erkältungstechnisch verhindert. Gute Besserung nochmal und Du darfst Almi von uns aus auch allein losfahren lassen ;-). Zum 60.Vereinsjubiläum der S.G. Einheit wurde wohl ganz Werder zur Mitarbeit verpflichtet, es gab ein riesen Kuchenbuffet (fast ebenbürtig dem obigen Genuss), geräucherten Fisch und natürlich deutlich mehr als einen Zapfhahn. Nur mit dem Grillen lief es etwas stockend, die Warteschlange wurde den ganzen Abend nicht kürzer, entweder fehlten die Würstchen, oder die Grillkohle war wiederholt alle.

Im Schuppen, der sehr stimmungsvoll mit neuwertigen Plakotex-Segeln aus den 80er Jahren dekoriert war (in Werder altert Material nie, vielleicht sollte Christian S. sein Boot lieber da unterstellen), probte schon mal die Band. Und auf den Biergartengarnituren fanden sich die Segler zur „Auswertung“ ein. Alle waren total zufrieden mit der Segelei und überhaupt…, so soll das sein! Charly gab meine Kenterung aus Verfolgersicht wieder: „Ich hab mich gefragt: Hatte ich die Bö überhaupt schon, oder nicht??? Hab aber auf jeden Fall mal den Niederholer angezogen!“. Und Mathias Wichmann gab sich seinen Spitznamen selbst: “ Der Frisör“. Haha den wirst Du so schnell nicht wieder los, frag mal Yves den „Maurer“! Eine Ergebnisliste gab es auch schon und da zeigte sich, dass der erste Platz sicher an Greg gehen würde, es aber dahinter mit 8,9,10 und 11 Punkten morgen einen heißen Kampf um den Zweiten geben dürfte, denn wer will schon schreiben?

So gegen 21 Uhr legte „Black Smith“ dann los, eine Mischung aus eigenen Liedern und 60er, 70er und 80er Material. Dazu hüpfte die Meldeassistentin der SGS mit auf die Bühne und zeigte nicht geahnte Gesangsqualitäten. Getanzt wurde dann auch zunehmend, wenn auch der eine oder andere sichtlich von Alkohol enthemmt. In den Pausen der Band lief drinnen Musik aus der Konserve und draußen lautstark die üblichen Gespräche. Anne-Gritt war zufrieden mit den Wettfahrten und wir mit ihrer Leistung, also Friede-Freude-Eierkuchen :-)

Mir war das nach einer Weile zu viel Getöse, ich kam direkt aus einem herrlichen Ijsselmeer- Segelurlaub (daher vielleicht auch der Vorfall im zweiten Lauf > zu viel Kielboot gefahren haha) und war froh über die eintretende Stille in meinem Zelt (mit Oropax natürlich). Wie lange es diese Nacht genau ging muss man daher Andere fragen, ob die sich daran erinnern ist jedoch fraglich. Was ich genau weiß: Segler-Kinder sind morgens um Sechs schon wach, laufen gerne übers Gelände und sind dabei lauter als die Band am Abend… So richtig ausgeschlafen war ich dann also auch nicht.

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Mehr als Travellersitzwind

Beim leckeren Frühstück konnte man sich von komplett anderen Bedingungen als gestern überzeugen: Sonnenschein und deutlich weniger Wind aus Süd. Plötzlich wurde es dann hektisch, denn bei dem Leichtwind sollte zum Schwielowsee geschleppt werden und das in fünfzehn(!) Minuten. Also hab ich mich, so schnell es im Urlaubstrott eben ging, fertig gemacht und abgelegt. Diesmal mit mehr Hindernissen, denn die 15er und 20er lagen fest vertäut an der zweiten Rampe, und an Nummer Eins wuselten die Optis rum. Irgendwie ging es dann doch ins Wasser und mit einem Entspannten „Druffsitzer“ ab in Richtung Schwielowsee. Einen Schlepp brauchte ich nicht, ein paar andere Schlafmützen schon, aber mit nur ein paar Minuten Verspätung ging es dann auf zur fünften Wettfahrt.

Leider habe ich da beim Start ein wenig gepennt, zu spät auf Steuerbord umgelegt und damit den Anschluss verpasst. Auch lief es nicht so wie ich gedacht habe über Links, sondern setzte Rechts mit etwas mehr als Travellersitzewind ein. Jule machte Alles richtig und war bei ihren Bedingungen auf und davon. Ich durfte mich als Zwölfter oder so oben an der Eins einreihen. Da hat man dann die Raumstrecken über viel Zeit zum Überlegen und Gucken. Es sah wieder nach Links aus und da Alle vor mir nach Rechts gingen hab ich auf Backbord gewendet und gehofft, dass der Windstreifen nicht wieder eine Fata Morgana ist. War er nicht und ich konnte mich auf den Fünften vorarbeiten. Eine versemmelte Zielkreuz kostete dann doch noch einen Platz und somit hatte ich einen Sechsten in der Wertung.

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knapp bis zum Schluß

Wieder gab es ein Vespertütchen für jeden und eine nicht zu lange Pause. Der Wind frischte etwas auf, so dass man ordentlich hängen konnte, und diesmal klappte mein Start auch besser. Die Startkreuz lief wie geplant und so war ich hinter Greg an der Eins. Es drehte zwar immer wieder mal hin und her, wichtiger war aber noch, dass man die Windkanten nicht verpasste. Am Ende machte Greg seinen vierten Sieg klar und ich war froh über einen weiteren zweiten Platz. Falk ging vor Jule und Jan über die Linie.

Auf der Heimreise, diesmal bequem mit Wind von achtern, versuchten sich dann Einige im Kopfrechnen. Wir kamen überein, dass Jule sich wohl mit dem Tagessieg noch auf Platz Zwei vorgeschoben hat und Jan den Berichteschreiber geben darf. Es gab dann eine gemeinsame Siegerehrung von OK-Pokal und Herbstregatta, welche sich durch diverse Ideen wie: Preistobola für jede einzelne Klassenwertung usw. länger hin zog als die der SPR (und das will was heißen!) Dabei stellte sich dann heraus, dass ich den (un)beliebten Schreiberlingsplatz belegte. Daher bin ich jetzt nicht der Disselsche-Ghostwriter, sondern Selbstschreiber ;-)

Mein Fazit zum OK-Pokal sieht wie folgt aus: Es war eine klasse Regatta, mit Allem was dazu gehört. Die Symbiose aus Herbstpokal und OK-Pokal hat sich bewährt und die Abendveranstaltung war wieder grandios. Und mit der Wettfahrtleitung können wir auch mehr als zufrieden sein. So wünscht man sich das. Ich hoffe, es bleibt auch im nächsten Jahr bei dieser Konstellation! Vielen Dank an alle Beteiligten von SGS und Einheit Werder für dieses schöne Segelwochenende!

Euer „Erik mit ch“ GER-695

ergebnisse

1 NZL 544 Wilcox, Greg 3 1 1 1 2 1 6
2 GER 767 Hofmann, Juliane 5 4 2 5 1 4 16
3 GER 695 Bork, Erik 4 DNF 3 2 6 2 17
4 GER 225 Dissel, Jan 2 2 6 6 3 5 18
5 GER 757 Hagemann, Falk 7 5 7 4 5 3 24
6 GER 752 Hennings, André 1 3 4 10 DNC DNC 36
7 GER 710 Senst, Christian DNF DNS 8 3 4 6 38
8 GER 730 Simon, Torsten 12 6 9 7 9 9 40
9 GER 755 Kaminski, Yves 10 11 5 12 7 8 41
10 GER 590 Wirbeleit, Jan 8 7 10 11 10 7 42
11 GER 735 Gericke, Dirk 6 8 11 8 15 12 45
12 GER 143 Wirbeleit, Till 13 10 13 9 11 13 56
13 GER 204 Deutschmann, Jürgen 9 9 14 DNS 16 11 59
14 GER 649 Wehmhörner, Kai 11 DNF 12 14 14 10 61
15 GER 233 Wiechmann, Matthias 14 12 15 15 12 14 67
16 GER 579 Schütze, Markus 15 13 16 13 13 15 69
17 GER 716 Senst, Dieter DNC DNC DNC DNC 8 DNS 79